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Pressemitteilung: Kultusministerin Brunhild Kurth ignoriert Probleme in der Lehrer_innenbildung. Aus Überzeugung? Angehende Lehrer_innen verlassen verzweifelt Sachsen.


Dresden, 10. Juli 2014

 

Kultusministerin Brunhild Kurth ignoriert Probleme in der Lehrer_innenbildung. Aus Überzeugung?

Angehende Lehrer_innen verlassen verzweifelt Sachsen.

 

Den sächsischen Lehrer_innen in Ausbildung reicht es. Sie setzen jetzt öffentliche Zeichen gegen die Missstände in der Lehrer_innenbildung! Zahlreiche Lehrer_innen in Ausbildung werden am 15. Juli 2014 in Dresden, Chemnitz und Leipzig auf den Werbeslogan der Landesregierung "Lehrer in Sachsen werden. Aus Überzeugung." mit der Frage "Warum auch sonst?" reagieren.  Durch Klebezettel überall in den Städten werden sie öffentlich auf Missstände in der Lehrer_innenbildung hinweisen. Auf der Homepage warum-auch-sonst.de sind die zentralen Forderungen und Veranstaltungen der Klebezettel-Aktion zu finden. Unter anderem wird es 15 Uhr einen Flashmob vor dem Kultusministerium in Dresden und abends eine Abschiedsparty für all jene geben, die Sachsen wegen der schlechten Umstände verlassen werden.

 

Hintergrund der Aktion:

Seit dem Frühjahr 2013 wirbt die Sächsische Staatsregierung für den Lehrer_innenberuf in Sachsen. Man solle „Lehrer aus Überzeugung“ werden, heißt es. Die sächsischen Vertretungen der Lehrer_innen in der Ausbildung – das Referat für Lehramt des Stura der Uni Leipzig, der Fachschaftsrat Philosophische Fakultät der TU Chemnitz, der Fachschaftsrat Allgemeinbildende Schulen und der Fachschaftsrat für Berufspädagogik der TU Dresden sowie die Junglehrer im Sächsischen Lehrerverband und die Junge GEW Sachsen – fragen sich nun: 

Warum sollte man auch sonst Lehrer_in in Sachsen werden?

 

Sie haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen und führen auf ihrer Homepage warum-auch-sonst.de die Probleme in der Lehrer_innenbildung auf. "Wir fordern in 10 Punkten und zahlreichen Unterpunkten massive Verbesserungen in der Lehramtsausbildung. Doch scheinbar wurden wir bisher nicht gehört. Damit soll nun Schluss sein." postuliert Christoph Genzel (Referent für Lehreramt im Student_innenRat der Universität Leipzig).

 

Als das Bündnis im Januar 2014 anlässlich der Besuche der Ministerin an den Universitäten mit einem Positionspapier auf Probleme hinwies, wurde  von der Ministeren ein Gespräch versprochen, um nach Lösungen zu suchen. "Diesem Versprechen ist sie bis heute nicht nachgekommen, stattdessen wurden wir auf untergeordnete Ebenen verwiesen. Hier schieben sich jedoch Referate, Fakultäten, Universitätsleitungen, Zentren für Lehrerinnenbildung und Sächsische Bildungsagentur gegenseitig die Schuld für die Missstände zu." stellt Tina Bauer (Fachschaftsrat an der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz) fest.

 

Stefan Hagenau (Junglehrer im Sächsischen Lehrerverband) verweist darauf, dass "... diese Missstände dazu führen, dass zahlreiche Menschen schon während des Studiums oder Vorbereitungsdienstes die Ausbildung abbrechen. Viele andere verlassen aus Frust Sachsen nach abgeschlossener Ausbildung."

 

"Die Ministerin scheint diese Probleme inzwischen zu ignorieren", stellt Pamela Buschmann (vom Sprecher_innenteam des Fachschaftsrates Allgemeinbildende Schulen der TU Dresden) fest, "wir werden nach wie vor nicht ernst genommen. Auch als wir 2013 vom Finanzminister eingeladen wurden, um über Lehrer_innenbildung zu reden, war Frau Kurth nicht anwesend. Stattdessen machte der Finanzminister deutlich, wer über Lehrer_innenbildung bestimmt und dass hier die Interessen der Sparpolitik vor denen der Lehrer_innen in Ausbildung stehen."

 

Dass die Ausbildung des Lehrer_innennachwuchses offenbar zweitrangig ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Aktionsbündnisses. Ein Drittel der Befragten gaben demnach an, nicht in Sachsen Lehrer_in werden zu wollen. (Die Umfrage fand im Juni 2014 statt. Es nahmen 821 Menschen daran teil und 631 füllten den vollständigen Fragebogen aus. Alle Ergebnisse der Umfrage sind auf www.warum-auch-sonst.de zu finden). 

 

David Jugel (vom Sprecher_innenteam der Jungen GEW Sachsen) fasst dazu zusammen: "Die Ergebnisse der Umfrage stützen unsere Forderungen. Bereits jetzt gibt es starke Probleme bei der Absicherung des Unterrichts, weil der Nachwuchs fehlt. Das Kultusministerium, ja die ganze sächsische Regierung, darf die von uns aufgezeigten Missstände nicht weiter ignorieren. Ansonsten droht Sachsen in Zukunft ein Lehrer_innenmangel, der fatale Folgen für die Qualität des Schulsystems haben wird."

 

Anne Noack (Sprecherin des Fachschaftsrates Berufspädagogik der TU Dresden) erhofft sich von den Aktionen des Bündnisses, "... dass die Ministerin Kurth nicht mehr an den Problemen vorbeischauen kann. Deshalb werden am 15. Juli 2014 15 Uhr zahlreiche Lehrer_innen in Ausbildung ans Kultusministerium in Dresden kommen und mit der Frage "Warum auch sonst?" ihre Probleme an die Tür des Ministeriums heften. Abends wollen wir dann all jene verabschieden, die Sachsen den Rücken kehren, weil sie keine Zukunftsperspektive im Freistaat sehen."

 

Der 15. Juli 2014 ist dabei vorerst nur der Auftakt. Das Bündnis „Warum auch sonst?“ plant weitere Aktionen, um auf die Umstände in der Lehrer_innenbildung aufmerksam zu machen.  

 

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