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Dresden 2011 - Gemeinsam den braunen Block verhindern!


Am 13. Februar 2011 werden sich ein weiteres Mal die Bombenangriffe der alliierten Streitkräfte auf die Stadt Dresden jähren. Die tragischen Ereignisse am Ende des grausamen und von Deutschland verursachten Zweiten Weltkrieges nehmen noch immer einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis der Stadt ein. Viele Dresdnerinnen und Dresdner betrauern in stiller Andacht jene 25.000 Menschen*, die in den Tagen des 13. bis 15. Februars 1945 ihr Leben durch die Bombardierung verloren haben.

Dieses friedliche Gedenken wird jedoch seit mehreren Jahren von Bemühungen rechtsextremer Gruppen überschattet, welche das Gedenken um den 13. Februar für ihre ideologischen und politischen Zwecke missbrauchen wollen. Im vergangenen Jahr folgten etwa 5.000 alte und neue Nazis dem Aufruf, am Jahrestag der Bombenangriffe nach Dresden zu reisen, um einen medienwirksamen „Trauermarsch“ vom Bahnhof Dresden-Neustadt durch die Stadt zu inszenieren. Auf diesem sollte mittels geschichtsverzerrender Phrasen wie „Bombenholocaust“ und „alliierte Kriegsverbrechen“ ein Geschichtsbild propagiert werden, welches die Komplexität des Kriegsgeschehens einseitig zugunsten deutscher Kriegsopfer reduziert und die Verantwortung Deutschlands für die Geschehnisse jener Tage und des Zweiten Weltkrieges allgemein auf unerträgliche Weise relativiert.

Doch diese Rechnung sollte nicht aufgehen! Ein breites Bündnis linker und bürgerlicher Kräfte hatte unter dem Namen „Dresden – Nazifrei“ frühzeitig und wirksam zu einer Blockade des braunen Marsches aufgerufen. Daraufhin fanden sich schließlich mehr als 12.000 Menschen – darunter viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter – aus bundesweit 70 Städten in Dresden ein, um sich den Nazis in den Weg zu stellen. Mit Erfolg! Nachdem die Gegendemonstrierenden bereits am Mittag im Schutz von etwa 5.000 Polizeibeamtinnen und -beamten alle Zufahrtstraßen des Neustädter Bahnhofs durch Sitz- und Stehblockaden abgeriegelt hatten, saßen die Nazis für den Rest des Tages an ihrem Treffpunkt fest. Als dann immer mehr Menschen zu den Blockaden strömten, war an den Start des Nazi-Marsches schon bald nicht mehr zu denken. Auf der anderen Elbseite folgten gleichzeitig etwa 15.000 Menschen dem gemeinsamen Aufruf der Stadt und der Universität Dresden, eine große Menschenkette rund um die historische Altstadt zu bilden. Damit sollten diese und der 13. Februar symbolisch gegen die Vereinnahmung durch die Rechtsextremen geschützt werden. Während bei den Nazis im Laufe des Nachmittags der Verdruss spürbar stieg und die Laune durch das unerwartete Aushaaren in der Februarkälte rasch unter den Gefrierpunkt sank, hielten sich die Gegendemonstrierenden mit Live-Musik und heißen Getränken bei Laune. Gegen 17 Uhr war es dann geschafft: die Polizei gab bekannt, dass sie sich außerstande fühle, die massiven Blockaden um den Bahnhof herum aufzulösen, und die Sicherheit der Marschwilligen nicht länger garantieren könne. Die Versammlung wurde daraufhin aufgelöst und die Nazis zurück in ihre Züge geschickt. Der Marsch der Rechtsextremen durch Dresden war damit zum ersten Mal erfolgreich verhindert und ein eindrucksvolles Zeichen in die Welt gesetzt: Wir dulden keine Geschichtsverdrehung! Nicht in Dresden und nirgendwo anders!

Für 2011 haben die Rechtsextremen erneut mehrere Aktionen um den Jahrestag der Bombenangriffe herum angekündigt. Mitte Dezember 2010 veröffentlichte das Aktionsbündnis „Dresden – Nazifrei“ einen neuen Aufruf zu Gegenaktionen. Zu dessen namhaften Erstunterzeichnenden gehören neben dem GEW-Bundesvorsitzenden Ulli Thöne sowie dem Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) und der Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) auch der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske. Der Bundesausschuss der Jungen GEW hat bereits wenige Wochen vorher den Antrag „Dresden 2011 – den braunen Block verhindern“ in den Hauptvorstand der GEW eingebracht, in dem alle Demokratinnen und Demokraten aufgerufen werden, sich an den Protesten anlässlich des Aufmarsches der Rechtsextremen in Dresden 2011 zu beteiligen. Die Junge GEW Sachsen möchte diesen Aufruf tatkräftig unterstützen. Es wird an diesem Tag ein zentraler Anlaufpunkt im Gewerkschaftshaus Dresden für alle anreisenden GEW-Mitglieder geschaffen. Dort werden sowohl wichtige Informationen zusammengetragen als auch ein Platz zum Aufwärmen eingerichtet. Nähere Infos dazu sind einzusehen auf den Webseiten der Jungen GEW Sachen (www.gew-jugend-sachsen.de) und des DGB Dresden/ Oberes Elbtal (www.dgb-dresden.de).

Wir als Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Dresden stehen ohne Zweifel in einer besonderen Verantwortung, dauerhaft zu verhindern, dass das Gedenken um den 13. Februar erneut für die politischen und ideologischen Zwecke der extremen Rechten instrumentalisiert wird. Dazu brauchen wir jedoch eure Unterstützung! Wir möchten deshalb noch einmal alle Mitglieder der GEW aufrufen, nach Dresden zu kommen, um uns im Protest gegen die Nazis und für ein friedliches Gedenken beizustehen! Wir haben schon einmal gezeigt, dass wir sie gemeinsam stoppen können. Und so wollen wir mit eurer Hilfe auch 2011 sagen können: Dresden bleibt nazifrei!

 

Michael Jahr

Junge GEW Sachsen

 

* vgl. Abschlussbericht der Dresdner Historikerkommission vom 17. März 2010, S. 67 (als pdf erhältlich unter: http://www.dresden.de/media/pdf/infoblaetter/Historikerkommission_Dresde...)

Warum Gewerkschaft?


Weitere Informationen

13.02.2011:

Aufruf der Stadt Dresden zur Menschenkette

(Link)

 

19.02.2011:

Aufruf vom Bündnis Dresden-Nazifrei: "2011 - Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist"

(Link)

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